Drovers Run
Auffahrt
17.00 Uhr
Nach einer langen Fahrt kam sie endlich an, sie stieg aus dem Wagen
und streckte sich, soweit ihr Babybauch dies zu lies.
Still lag die Farm da und sie sah sich um, Endlich wieder zu Hause,
dachte sie und ein Lächeln umspielte ihre Lippen.
Langsam ging sie auf das Haupthaus zu, in der Hoffnung in der dortigen
Küche ihre Schwester oder eine ihrer Freundinnen vorzufinden.
Ihre jüngste Schwester Grace hatte in zwei Tagen Geburtstag und so hatte
Regan beschlossen, diese zu überraschen.
Aber insgeheim hatte sie sich schon länger nach Drovers und ihrer Familie
gesehnt und freute sich nun darauf wieder an dem Ort zu sein, wo sich ihre
Wurzeln befanden.
Schon als sie die Waschküche betrat, konnte sie die Stimme ihrer Schwester
in der Küche vernehmen, einen Augenblick blieb sie stehen und lauschte ihr.
Dann wagte sie sich Schritt für Schritt weiter ins Haus und kam auf leisen
Sohlen in die Küche geschlichen.
Grace die gerade dabei war, mit Moira ihre Geburtstagsfeier zu planen, bemerkte
Regan zunächst nicht. Nur Moira die einen sechsten Sinn besaß hatte Regan schon
gespürt bevor diese überhaupt die Auffahrt passiert hatte.
Sie blickte von ihrem Notizzettel auf und begrüßte die Brünette mit einem
freundlichen Nicken.
Grace nahm Notiz davon und schaute fragend zu Moira, sie legte ihre Stirn in Falten
und fragte, „Was ist denn Moira?“ Diese deutet, sie solle sich umdrehen.
Grace folgte dem Blick von Moira, das Staunen darüber, dass dort hinter ihr, ihre Schwester
stand, war Grace deutlich an zusehen.
Regan musste schmunzeln, „Überraschung,“ Regan breitete ihre Arme aus und
lachte, „Magst du mich nicht begrüßen?“ Dass ließ Grace sich nicht zweimal sagen,
sie sprang auf und umarmte ihre Schwester herzlich.
Als sie sich wieder von einander lösten, musterte die Jüngere ihre große Schwester.
„Gut siehst du aus!“ meinte Grace und ihr Blick blieb an Regans Bauch hängen,
„Der ist ja schon so groß!“
Moira betrachtete die Szene amüsiert, denn Grace war völlig aufgedreht, ihre Augen strahlten.
Auch Regan schmunzelte, „Ich fürchte der wird auch in nächster Zeit nicht kleiner.“
Grace griff nach der Hand ihrer Schwester und zog sie weiter zu sich in die Küche,
„Komm setz dich doch, du musst alles erzählen, warum bist du hier, wie lange bleibst du, wie
geht’s dem Baby, sonst alles klar?“ Grace redete ohne Punkt und Komma.
Regan legte ihre Hand auf den Arm ihrer Schwester, „Gleich, gleich, lass mich doch
erst mal Moira begrüßen.“ Sie ging um den Tisch und begrüßte auch Moira mit einer
herzlichen Umarmung.
„Schön das wieder da bist,“ meinte diese und ging zur Tür, „Ich lass euch dann
mal allein und seh nach den Tieren,“ sie lächelte noch einmal freundlich und verschwand dann aus der Küche.
Grace und Regan saßen nun beide vereint am Tisch und sahen sich an, dabei
hielten sie sich an den Händen.
„Also nun erzähl schon,“ quengelte Grace und sah ihre große Schwester bettelnd an.
„Gut bevor du vor Neugierde stirbst,“ Regan lachte, „Also ich dachte mir, dass ich
meine kleine Schwester ihren 30sten Geburtstag ja schlecht alleine feiern lassen
kann und weil Geburtstage ja auch immer Überraschungen beinhalten, dachte ich
mir, komme ich eben überraschend vorbei,“ als Grace anmerken wollte, sie habe
ja erst in zwei Tagen Geburtstag, unterbrach Regan sie, „ Ich weiß dein Geburtstag
ist erst in zwei Tagen, aber desto mehr Zeit haben wir.“
„Das ist einfach wundervoll!“ Grace war immer noch völlig überdreht und umarmte
ihre Schwester erneut, bevor sie sich wieder zappelnd auf ihren Stuhl setzte und
Regan bat weiter zu erzählen.
„Also wie lange ich bleibe, hängt ganz davon ab, wie lange du und die anderen
mich ertragen könnt. Wenn du magst kann ich schon ein oder zwei Wochen bleiben.“
Grace unterbrach Regans Ausführungen erneut, „Du kannst so lange bleiben, wie
du magst, dass weist du doch.“
„Ja das weis ich,“ antwortete Regan und drückte zärtlich Grace Hand.
Plötzlich zuckte sie etwas zusammen und zog schnell an der Hand ihrer Schwester
und legte diese auf ihren Bauch, „Merkst du das?“ Grace Augen weiteten sich und
sie wurde ganz ruhig, die Bewegungen des Babys waren für sie wie ein
magischer Moment.
Leise sprach Regan weiter, „Siehst du dem Baby geht es hervorragend.“
Für Grace war dieser Moment so faszinierend, dass sie hätte Ewigkeiten so dort
sitzen können, doch schon bald wurde das Baby wieder ruhiger.
„Das war einfach Wow,“ zum zweiten Mal, seit Regan vor einiger Zeit die
Küche betreten hatte, war Grace sprachlos. Mit großen glänzenden Augen sah
sie ihre Schwester an.
Noch ein paar Minuten saßen die beiden da und sprachen kein Wort, ließen das
Erlebte auf sich wirken, dann meldete sich wieder die Ungeduld der kleinen Schwester.
„Wo hast du ihn denn gelassen?“ Fragte Grace nach Regans Freund, den sie ebenfalls
in der Nähe vermutete.
„Er hat noch zu tun, er kommt später nach, wenn er es schafft.“ Regan sah sich um
und lauschte, „Wo stecken eigentlich die anderen?“ fragte sie.
Grace zuckte mit den Schultern, „Ich denke noch draußen bei den Zäunen, aber
wir können ja mal auf dem Hof nachsehen, ob sie schon zurück sind.“ Grace sprang
auf und sah zu ihrer Schwester, dann fügte sie noch hinzu, „Und bitte Regan sei so l
ieb und überrede ihn herzukommen, ich will ihn endlich kennen lernen!“ Regan
merkte wieder, dass sie ihrer kleinen Schwester keinen Gefallen abschlagen konnte,
auch wenn das alles gar nicht so einfach war, mit ihm und ihr. „Ja ich werde mein
bestes geben, aber dann musst du mir unbedingt auch Heath vorstellen. Wer hätte
gedacht, dass du dich so schnell verlobst.“ neckte sie Grace.
„Das werde ich und du wirst begeistert sein.“
Seit Grace mit Heath zusammen war, hatte sich ihr Leben verändert, sie hatte sich
verändert. Er hatte etwas in ihre ausgelöst von dem sie nie vermutet hatte, dass es in
ihr war.
Arm in Arm und gelaunt schlenderten die beiden nach draußen.