Drovers Run - Feel the passion
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21.30 Uhr

Regan ging ins Bad, sie schloss die Tür hinter sich und ließ sich auf den Rand der Badwanne sinken.
Was mach ich denn jetzt nur. Ich fände es schön, wenn er hier sein könnte. Dann könnten wir uns alle kennen lernen, Zeit mit der Familie verbringen, jetzt wo Grace auch den Mann fürs Leben gefunden hat. Aber was werden die anderen sagen?
Regan stützte ihren Kopf in die Hände und seufzte.

*Flashback*
- 5 Monate zuvor -

Regan hatte einen lukrativen Auftrag in Kenia bekommen.
Da sie ungebunden war und sie auch sonst nach dem Desaster mit Lyle nichts in Australien hielt, war sie innerhalb weniger Tage ins Abenteuer Afrika gestartet.

Ihr Job machte ihr Spaß, mit all den Steinen um sich war sie ganz in ihrem Element und dank der Therapie, die sie einst von Dave und Tess erhalten hatte, konnte sie nun auch die Natur und die heimischen Tierarten genießen.

Doch viel zu schnell wie sie fand, verging die Zeit und schon bald sollte ihr Flugzeug zurück nach Melbourne gehen. Da sie davor jedoch noch ein paar Tage frei hatte, beschloss sie sich auf eine kleine Safari zu begeben.

Auf einer kleinen unebenen Straße entdeckte sie am Straßenrand zwei Zebras liegen.
Sie fuhr langsamer und hielt schließlich neben den Zebras an.
Vorsichtig schaute sie aus dem Fenster, die Stute schien leblos zu sein und auch das Fohlen bewegte sich nicht mehr.
Regan musste schlucken, waren die beiden getötet worden?
Ganz langsam öffnete sie die Fahrertür und stieg aus, noch langsamer und vorsichtiger näherte sie sich den Tieren.
Wer weiß vielleicht würden sie ja doch noch aufspringen und davon laufen.
Regan sah zunächst nach der Stute, doch diese schien wirklich tot zu sein, Regan fand am Hals einen Einschuss, das Tier schien verblutet zu sein.
Wer macht so etwas nur?
Dann erhob sie sich wieder und ging zu dem Fohlen, wie sie zu ihrer Erleichterung feststellte, lebte es noch. Es war jedoch völlig entkräftet. Anscheinend hatte es seit Tagen neben der toten Mutter gelegen, die Sonne hatte es ausgetrocknet und zu fressen hatte es auch lange nichts mehr bekommen.

Regan hockte sich neben das Tier, sanft strich sie ihm über den Kopf,
„Hey mein Kleiner ganz ruhig.“ Dann stand sie auf und ging zum Wagen zurück, zwar konnte sie nicht mit Stutenmilch dienen, aber Wasser hatte sie dabei und das würde zunächst einmal reichen.

Sie gab dem armen Fohlen Wasser und beschloss dann, es mit zu nehmen, hier in der freien Wildbahn war es zum Sterben verurteilt und das konnte sie nicht zulassen.

Vorsichtig hob sie es auf die Ladefläche ihres Pick-Ups, in ihrem Atlas hatte sie gesehen, dass es ganz in der Nähe am Rande des Nationalparks ein Dorf gab, sie beschloss dorthin zu fahren. Vielleicht konnte man ihr und vor allem dem Kleinen dort helfen.

Regan sprang in den Wagen und fuhr los, nach etwa zwei Stunden erreichte sie das kleine Dorf. Sie stieg aus und fragte, ob man ihr helfen können. Die Frauen im Dorf erzählten ihr, dass es 30 Meilen nördlich eine Tierstation gab, in der kranke Tiere versorgt würden.

Regan bedankte sich bei den Frauen und fuhr weiter in Richtung Norden, gegen Mittag erreichte sie dann die Tierstation.

Ein paar Afrikaner kamen ihr schon in der Auffahrt entgegen, sie sagte ihr wo sie den Tierarzt finden könne und kümmerten sich schon einmal um das entkräftete Zebra.

Regan schlich langsam über das Gelände und fragte sich zu dem Tierarzt durch.
Sie klopfte an seine Bürotür und nach einen ‚Herrein’ öffnete sie diese.
Der Tierarzt stand mit dem Rücken zu ihr, er war groß, gut gebaut und blond.
„Was kann ich für Sie tun,“ fragte er und dreht sich langsam um.
Seine blauen und ihre braunen Augen trafen sich, „Dave?“ Sie fand zu erst ihre Sprache wieder. „Regan.“ Stellte er fest und war sprachlos. „Was machst du hier?“ Noch immer war er verwundert. Auch Regan erging es nicht anders, sie zeigte mit dem Daumen in die Richtung aus der sie gekommen war, „Ich hab ein Zebrafohlen gefunden, du solltest es dir ansehen, es geht ihm nicht so gut.“ Beide sahen sich an, eine Weile herrschte Schweigen, dann löste Dave sich aus seiner Starre. „Na dann lass uns mal nach dem Patienten sehen,“ sagte er und kam auf sie zu. Kurz vor ihr blieb er stehen. Er sah sie an und dann lächelte er, „Schön dich wieder zu sehen.“ Sie lächelte zurück, „Ja finde ich auch.“ Erwiderte sie schüchtern, dann umarmten sich beide ganz vorsichtig, bevor sie sich auf dem Weg zum Zebra machten.

Zum Glück hatte Regan das Tier noch rechtzeitig gefunden. Nachdem Dave sich um den kleinen Patienten gekümmert hatte sah es ganz so aus, als würde es durch kommen.

Den ganzen Nachmittag hatten die zwei bei dem Fohlen verbracht, ihm Stutenmilch gegeben, es gekühlt und versorgt. Während sie das taten, hatten sie viel Zeit sich zu unterhalten.

Dave schüttete Regan sein Herz aus, erklärte ihr warum Kate und er sich wieder getrennt hatten und das er sich irgendwie schon einsam fühle.
Auch Regan war es nicht so gut ergangen und es tat ihr gut mit jemanden darüber sprechen zu können.
Während diesem Nachmittag wurde ihr wieder bewusst, wie gut sie sich doch mit Dave immer noch verstand und vor allem, dass er sie verstand.

Als es dem Tier soweit gut ging, dass man es alleine lassen konnte, war bereits die Dunkelheit über das Land hinein gebrochen.

„Bleib doch über Nacht, es wäre zu gefährlich jetzt noch zu fahren.“ Bat Dave Regan, als sie vor seiner kleinen Hütte standen.
„Ich denke du hast Recht und ich fürchte in der Dunkelheit würde ich mich nur verfahren.“
Dave bat Regan in sein beschauliches Heim, seine Augen begannen zu strahlen, es tat gut wieder jemand vertrautes um sich zu haben. Zu lang hatte er sich, nach dem Ende seiner Beziehung zu Kate eingeigelt.

„Bitte setz dich,“ Dave bot Regan einen Platz auf seinem Bett an, denn der Raum war sehr klein und nur spärlich ausgestattet.
Während sie es sich auf dem Bett bequem machte, suchte er in seinem Schrank nach einer Flasche Wein, „Schau mal was ich hier noch habe.“ Er präsentierte ihr mit einem breiten Grinsen die Flasche und holte zwei Gläser aus dem Regal.
Beschwingt nahm er neben ihr Platz.

Den ganzen Abend über sprachen sie über Gott und die Welt und stellten fest, dass sie sich immer noch viel Näher waren, als sie es beide je vermutet hätten.
Trotz all der Dinge, die in der letzten Zeit bei beiden schief gelaufen waren, waren sie nun auf eine seltsame Art und Weise glücklich. Eben weil sie sich immer noch so vertraut waren, tat es ihnen so unendlich gut, dass sie nun bei einander saßen und mit einander sprachen.

Es war mittlerweile Mitternacht und Regan und Dave hatten die Flasche Wein geleert.
„Danke für alles,“ Regan blickte Dave in die Augen.
Er fühlte wie sich ein wohliges ihm wohl vertrautes Gefühl in seiner Magengrube ausbreitete, ganz langsam näherte er sich Regan.
Ihre Gesichter kamen sich langsam immer näher, zunächst ganz sanft berührten sich ihre Lippen. Nach einiger Zeit vertiefte Regan den Kuss und beide sanken in die Kissen...

Mit einem Glücksgefühl erwachte Regan am nächsten Morgen, sie blinzelte leicht, als sie die Augen vorsichtig aufschlug.
Ihr erster Blick fiel auf Dave der neben ihr lag, sie fühlte sich gut.
Langsam erwachte auch Dave aus einem erholsamen Schlaf, „Guten Morgen, meine Schöne!“
Er küsste Regan zärtlich, dann beschloss er für beide Kaffee zu machen.

Nach einem gemütlichen Frühstück zu zweit, gingen sie nach draußen um nach dem Patienten zu sehen.
„Das haben wir gut hinbekommen,“ bemerkt Dave, als sie feststellten, dass es dem kleinen Kerl schon wesentlich besser ging.

Nach der Visite beschloss Regan sich wieder auf den Weg zu machen.
„Bleib doch noch,“ bat Dave sie und schlang seine Arme um ihre Hüfte.
„Ich kann nicht, ich muss morgen zurück nach Melbourne.“ Sowohl Regans als auch Daves
Blick lies erahnen, dass die beiden viel lieber noch ein paar Momente gemeinsam verbringen wollten.
„Darf ich dich wieder sehen, wenn ich zurück in Australien bin?“ fragte er vorsichtig und sah ihr unsicher in die Augen.
„Ich würde mich sehr darüber freuen,“ antwortet sie ihm und küsste ihn noch einmal leidenschaftlich, bevor sie in den Wagen stieg.
Sie winkte ihm und warf ihm noch einen Kuss zu, ehe sie vom Hof fuhr.

*Flashback ende*

Während sie in Gedanken versunken war, strich sie in leichten Kreisen sanft über ihren Bauch und musste beim Gedanken an ihr Kind lächeln.

Durch ein Klopfen an der Tür, wurde sie aus ihren Gedanken gerissen.
„Alles okay mit dir Regan?“ Stevie war nach oben gekommen, weil sie sich sorgte.
Regan schreckte hoch, „Ja alles bestens.“ Sie wusch sich das Gesicht und trat dann an die Tür.
Sie öffnete und sah Stevie an, „Entschuldige bitte, ich wollte nicht das ihr Euch sorgt, mir war nur etwas schwindelig und da habe ich mich für einen Moment gesetzt.“
Stevie sah ihr prüfend in die Augen, „Kein Problem, daran kann ich mich auch noch erinnern,“ beide lachten.

Dann gingen beide wieder hinunter auf die Veranda zu den anderen.

 
 
   
 
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