18:00 Uhr
Killarney Hof
Arm in Arm kamen Ingrid und Marcus von ihrer Erkundungstour auf der Auffahrt an.
Ingrid zeigte sich beeindruckt, „Wow, ihr habt ja ein richtiges Imperium.“
„Ja es ist nicht schlecht,“ Marcus lachte.
Einen Augenblick herrschte Stille, dann ergriff Marcus das Wort, „Hast du heute noch etwas vor?“ fragte er vorsichtig. Ingrid löste sich aus seiner Umarmung und sah ihn an, leicht schüttelte sie den Kopf, „Nein habe ich nicht, soll ich noch einmal nach euren Schafen sehen?“ Er musste schmunzeln, ‚Hat sie nur ihre Arbeit im Kopf, obwohl, keine schlechte Idee, dann kann ich noch was vorbereiten.’
„Also wenn ich ehrlich bin, wäre das toll.“ Sie lachte, „Kein Problem, wenn ich schon mal da bin.“ Marcus nickte, „Gut, kommst du ohne mich zurecht? Ich muss noch etwas im Büro erledigen.“ Sie sah ihn an, „Jupp ich denke, ich packe das.“
Ingrid blickte noch einmal amüsiert zu Marcus als sie zum Auto ging um ein paar Untersuchungsmaterialien zu holen. ‚Manchmal ist er schon komisch, aber liebenswert,’ stellte sie für sich fest und machte sich an die Arbeit.
Marcus sah ihr hinterher und war bemüht nicht allzu sehr zu starren. Dann drehte er sich mit einem Lächeln um und ging ins Haus.
In der Küche traf er auf Alex, der sich grad einen Kaffee genehmigte.
„Wie ich sehe, geht es dir heute schon viel besser,“ kommentierte Alex Marcus Lächeln.
„Ja Mate die habe ich,“ mehr sagte er nicht und sah sich um, was es so in den Schränken der Küche zu finden gab.
Alex beschloss zunächst nichts zu sagen und schüttelte nur leicht den Kopf.
Nach einer Weile stand er auf und stellte seine Tasse in die Spüle. Als er schon auf dem Sprung nach draußen war und seinen Hut aufsetzte, fiel ihm plötzlich ein, dass er Marcus noch etwas sagen musste, „Bevor ich es vergesse, es gibt heute ein Familienessen auf Drovers, Regan und Grace kochen, du bist auch eingeladen.“
Marcus drehte sich um, ‚Mist, ich hatte doch schon vor...’ er kaute auf seiner Unterlippe.
Aber dann war er sich sicher was er zu tun hatte, ‚Ach Grace kann mich mal. Den Zickenterror tu ich mir nicht noch mal an. Mein Abend mit Ingrid wird sicher harmonischer.’
Er sah seinen Bruder an, „Also normalerweise gern, aber leider habe ich schon was vor,“ sagte er geheimnisvoll. Dann fügte er hinzu, „Wenn du mit Stevie auf Drovers bist, heißt das ja...“ Alex schmunzelte und schüttelte den Kopf, „Das du sturmfrei hast, ja Mann, also dann viel Spaß und bleib sauber!“ Er drehte sich um und verschwand im Hof, er schmunzelte, ‚Der hat sich aber schnell getröstet.’
Immer noch verwundert über Marcus Verhalten stieg Alex in seinen Wagen und fuhr nach Drovers.
Killarney Küche
Während Alex sich auf das leckeres Essen von Grace und Regan freute, machte sich Marcus an die Arbeit um Ingrid mit einem ebenfalls, so hoffte er, leckeren Essen zu überraschen.
Schnell hatte er all das gefunden, was er brauchte und sofort machte er sich an die Arbeit, denn Ingrid würde wohl nicht allzu lange für die Untersuchung der Schafe brauchen.
Er gab die Nudeln in einen Topf mit heißem Wasser. Dann machte er sich daran Gemüse für die Soße zu putzen, er gab alles in einen Topf und kochte fröhlich vor sich hin.
Während er vor sich hinwerkelte, pfiff er fröhlich.
Unbemerkt war Ingrid ins Haus getreten und lehnte nun mit einem amüsierten Lächeln an der Tür, unwillkürlich ließ sie ihren Blick über Marcus Rücken schweifen und blieb an seinem Allerwertesten hängen, ‚Einen knackigen Hintern hat er jedenfalls.’ Dann kreisten ihre Gedanken wieder zurück zu ihrem bisherigen Leben. ‚Lass dich drauf ein, du hast ein Recht darauf wieder glücklich zu werden.’ Ermahnte sie sich selbst und beschloss dann Marcus an zu sprechen. „Oh ich wusste gar nicht, dass ein Chefkoch an dir verloren gegangen ist.“
Marcus erschrak, als ihre Stimme ihn aus seinen Gedanken riss, „Tja da kannst du mal sehen, nicht nur du bist ein Multitalent.“ Er drehte sich zu ihr um und lächelte sie an.
„Aber du kommst genau richtig,“ er bat ihr einen Platz an. „Ich hoffe du leistest mir Gesellschaft,“ er zog fragend eine Augenbraue in die Höhe, dann lachte er, „Und nein, ich lasse kein Nein gelten.“
„Dann bin ich wohl machtlos.“ Sie zuckte mit den Schultern, etwas liebevoller fügte sie hinzu, „aber ich bleibe gern. Es riecht köstlich.“
Ingrid setzte sich schon mal an den Tisch und beobachtete wie Marcus das Essen zu ende zu bereitete.
Währenddessen
Little Regret
Grace hatte ihren Parcours fast erfolgreich ab geritten und nur mit einem kleinen Fehler abgeschlossen. Wobei sie nichts für den Fehler konnte. Crackers hatte gescheut und sie konnte die Aufgabe nicht in ihrer optimalen Zeit beenden.
'Verdammt!' Dachte sie sich nur. 'Heute geht aber auch alles schief!' Sie ritt zurück zu Stevie.
„Dann zeigt mal, was du so drauf hast. Oder ob du schon alles verlernt hast“ sagte sie frech zu Stevie. Sie wollte denn ganzen Morgen einfach nur vergessen und sich nicht unterkriegen lassen.
„Dann lass mal den Meister ran“ sagte Stevie und trieb Banjo nach vorn. Grace schüttelte grinsend ihren Kopf. Stevie ritt auf Banjo zum ersten Hindernis. Was sie auch mit Leichtigkeit, wie Grace auch schaffte. So schwer war das nämlich nicht, über einen umgefallenen Baum zu springen.
„Komm schon Banjo“ ermutigte sie ihn weiter als sie sich langsam dem Ziel nährte. Und auch da wo Crackers gescheut hatte, machte das Banjo auch. Bloß das dieser Stevie zum ersten Mal abgeworfen hatte. Was aber daran lag, dass Banjo´s Hufeisen sich gelöst hatte und auch er durch den Schreck zu Boden stürzte. Stevie fiel unsanft zu Boden und rührte sich erst nicht. Grace musste schluckten als sie das sah. „Stevie!“ brüllte sie kurze Zeit später und lief dann zu ihr. „Stevie, alles ok?“ fragte sie besorgt und etwas panisch. „Stevie!“ wiederholte sie schnell.
Stevie rührte sich langsam und versuchte gleich als erstes aufzustehen.
„Mir geht’s gut. Das war doch nichts. Was ist mir Banjo?“ fragte Stevie. Aber das Aufstehen gelang ihr nicht. „Ahhhh“ sagte sie und fiel wieder zurück.
„Stevie, was ist?“ fragte Grace gesorgt. „Ich glaube mein Bein ist gebrochen“ 'Die Schmerzen sind ja fürchterlich' sagte sie unter schmerzen und beendete ihren Satz in Gedanken. „Und wie sollen wir das jetzt Regan erklären?“ versuchte Stevie Grace etwas abzulenken, weil sie sah wie besorgt Grace schaute. Grace grinste kurz und schaute sie dann wieder besorgt an.
„Du bleibst hier so wie du bist! Ich reite zurück nach Drovers und hole denn Wagen“ Sagte Grace ernst.
„Das passt schon. Aber was ist mit Banjo?“ fragte Stevie etwas besorgt.
„Warte ich schau mal“ sagte Grace. Sie stand auf und lief rüber zu Banjo. Sie schaute sich das Bein an auf dem Banjo nicht wirklich stand.
„Das Eisen hat sich gelöst. Und zurück reiten auf ihm ist nicht drin. Das ist mir viel zu gefährlich, Stevie“ rief Grace ihr zu.
'Mist!' Dachte sich Stevie. „Alles klar. Dann müssen wir das halt anders machen.“ Sie überlegte kurz. „Wir machen nichts anders! Wir machen das jetzt so, wie Ich das sage“ Das Ich betonte Grace besonders stark.
„Nichts da Grace. Du hilfst mir auf Crackers und Banjo führen wir zurück. Aber ich bleib hier sicherlich nicht sitzen und warte bis du wieder da bist. Banjo muss versorgt werden“ erwiderte Stevie darauf. „Du kannst es echt nicht lassen, was Stevie Hall!“ sagte Grace und schüttelte ihren Kopf. „Was denn?“ fragte sie total unschuldig. „Muss es nur etwas kühlen und dann geht’s wieder!“ sie sah Grace an. „Kommt gar nicht in Frage! Ich bring dich ins Krankenhaus und keine Widerrede!“ sagte Grace ernst. „Jetzt schau ich nicht so an Stevie!“
„Hey, hör mit zu. Mir geht’s wirklich gut. Mach dir keine Sorgen ich kann auch wieder aufstehen warte ich zeig es dir“ sagte Stevie und versuchte nun wieder aufzustehen. Doch leider konnte sie das immer noch nicht und fiel zurück. „Mist!“ sagte sie jetzt nur noch und schweig.
„Ich hab genug gesehen.“ sagte Grace und sah sie an. „Hilfst du mir jetzt auf Crackers? Oder holst du den Wagen?“ fragte Stevie vorsichtig nach.
„Nichts da meine Liebe. Du bliebst hier! Ich bin gleich wieder zurück. Und wir fahren wohl ins Krankenhaus. Ich nehme Banjo mit und lasse ihn auf Drovers versorgen. Bleib du hier so wie du jetzt bist und versuchte mit ja nicht entgegen zu kommen oder aufstehen zu wollen. Hast du mich verstanden Stevie?? Ich mein´s ernst!“ sagte sie in einem ernsten Ton und sah ihr in die Augen.
„Pass auf Banjo auf“ sagte Stevie leise.
„STEVIE!“ sagte Grace nun lauter.
„Ja ist ja schon gut ich bleib brav hier und warte auf dich“ erwiderte sie darauf.
„Geht doch! Also bis gleich.“ Grace steigt auf Crackers und nahm die Zügel von Banjo in die Hand. Sie schaute noch schnell zu Stevie. Langsam ritt sie zurück nach Drovers.
Stevie blieb zurück und schaute Grace noch nach.
'Na super! So war das aber nicht geplant. Hoffentlich läuft Alex ihr nicht über den Weg' Stevie lehnte sich an einen der Baumstämme und schlummerte langsam ein.
Nach einer Stunde kam Grace im Schritt auf Drovers an. Riley lief ihr über den Weg.
„Hey Grace. Sag mal ist das nicht Banjo? Wo hast du Stevie gelassen?“ fragte er freundlich nach.
„Hey Riley. Gut das du da bist. Hier nimm mal Banjo und kümmere dich mal bitte um sein linkes Bein vorne. Er hat Stevie abgeworfen“ sagte sie immer noch besorgt.
„Ist sie verletzt?“ fragte er als erstes und nahm die Zügel von Banjo in die Hand.
„Ihr Bein hat was abgekommen und wenn sie Pech hat, ist es gebrochen. Deswegen muss ich auch wieder weiter. Kannst du dich auch noch um Crackers kümmern? Dann muss Stevie nicht mehr so lange warten?“ Grace sah ihn fragend an. „Er hat sie was?“ fragte er geschockt noch einmal nach. „Du hast schon richtig gehört. Das Eisen hat sich gelöst und auch er stürzte zu Boden. Ach ja, kannst auch Regan vielleicht sagen, dass sie schon mal mit dem Abendessen anfangen soll? Und das Stevie und ich uns beeilen?“ sie sah ihn fragend an.
„Ja kein Ding. Ich kümmere mich um die beiden. Aber was soll ich Regan sagen, wenn sie mich fragt warum oder woher ich das weiß?“ fragte er neugierig. Grace überlegte kurz.
„Sag einfach das wir noch bei der Arbeit sind. Weil der Grenzzaun zwischen Drovers und Killarney gerissen ist und nun müssen wir noch die Tiere zurück treiben oder so. Aber sag ihr nicht was passiert ist“ bat sie ihn.
'Warum das denn?' fragte sich Riley beschloss aber sie nicht danach zu fragen.
„Wird gemacht“ sagte er stattdessen.
„Danke“ sagte sie schnell und stieg von Crackers ab. Schnell schaute sie sich um „Bye“ sagte sie schnell und lief davon.
Riley sah Grace noch nach und dachte sich seinen Teil dazu.
„Ganz ruhig mein Alter“ sagte er beruhigend zu Banjo bevor er mit seiner Arbeit anfing.
Schnell lief Grace zum Wagen. Steig ein und fuhr davon. 'Nun aber schnell zu Stevie!' Dachte sie sich und verließ Drovers Run.