7:00 Uhr
Pub
Fast als hätte sie es gestern Abend geahnt, dass es so kommen könnte, hatte Tayler am morgen verschlafen und war schnell in den Pub geeilt, wo sie Frühdienst hatte.
Sie schlüpfte in ihre Arbeitssachen und nahm dann ihren Platz hinter der Theke ein.
Kurz darauf hörte sie, aus dem Stimmengewirr eine ihr vertraute Stimme heraus.
Tayler sah sich um und entdeckte am Treppenhaus Marcus, der sich bestens zu amüsieren schien. ‚Was macht der denn schon hier?’ fragte sie sich.
Kaum waren Marcus und Ingrid aus dem Zimmer getreten, waren sie schon wieder in Plaudereien verfallen. Da Ingrid noch etwas in ihrem Zimmer vergessen hatte, eilte sie noch einmal nach oben, währen Marcus am Treppenabsatz geduldig auf sie wartete.
„Na Schatz wird es heute noch was?“ rief er ihr zu, „Heute Nacht warst du aber schneller.“
Ingrid war inzwischen wieder bei ihm angelangt, „Da war das Angebot ja auch verlockender.“
Beide waren sich einig darüber, dass es gut war, dass in der Nacht nichts zwischen ihnen gelaufen war, es hinderte sie jedoch nicht daran so zu tun als ob. Zu sehr genossen die beiden ihre Neckereien.
Tayler bekam nur Bruchstücke mit, von dem was die beiden sich zu riefen, war aber verwundert darüber, wie vertraut die beiden mit einander waren.
‚Ich wusste gar nicht, dass Marcus eine Freundin hat? Warum versteckt er sich mit ihr im Pub, er hätte sie doch auch sicher mit nach Killarney nehmen können...’
Ingrid hatte sich bei Marcus eingehakt und beide gingen auf den Tresen zu,
Marcus war so sehr mit Ingrid beschäftigt, dass er gar nicht zur Bedienung sah, sondern lediglich zweimal Frühstück bestellte und dann mit ihr zu einem Tisch ging.
‚Er scheint ja echt nur Augen für sie zu haben!’ dachte sich Tayler und war ein wenig verärgert darüber, dass Marcus keine Notiz von ihr nahm.
Marcus und Ingrid setzten ihre Plaudereien vom Vorabend fort und kamen immer noch bestens mit einander klar. Sie lachten, Ingrid jedoch verstummt, als Tayler mit dem Frühstück an den Tisch trat. „Endlich ich habe Hunger,“ meinte Ingrid und Marcus fügte hinzu,
„Nach letzter Nacht kein Wunder.“ Er lachte. Tayler sah beide an und meinte dann nur; „Dann lasst es euch mal schmecken.“ Als Marcus Taylers Stimme vernahm, erstarb sein Lachen, „Tayler?“ Er sah sie an, diese versuchte zu lächeln, „Ja wie du vielleicht weißt, arbeite ich hier.“ Sie schüttelte den Kopf und ging davon. Marcus sah ihr hinterher, während Ingrid ihn musterte, „Schon die zweite Frau, die dich kennt und die ich vergraule.“
Mittlerweile lachte sie nicht mehr. Er sah sie wieder an, „Erstens ist Tayler nur eine Bekannte und zweitens hast du sie sicher nicht vergrault.“ Er versuchte zu lächeln, seine Gedanken kreisten dann aber wieder zu Grace. Er erinnerte sich daran, dass sie gestern Abend angerufen hatte und Ingrid am Telefon war. Nun tat es ihm Leid, dass er sie nicht zurück gerufen hatte.
Anderseits wurde ihm wieder bewusst, wie gleichgültig er ihr war, seit sie Heath kannte.
Er beschloss zu ihr zu fahren und ihr nachträglich zu gratulieren, sich aber nicht für sein Verhalten zu entschuldigen.
„Wirklich alles klar?“ fragte Ingrid, als Marcus längere Zeit schwieg.
Er bemühte sich zu lächeln, „Alles bestens.“ Auch wenn sie ihm nicht so ganz glaubte, beschloss sie, es erst mal auf sich beruhen zu lassen und beide genossen ihr Frühstück.
Tayler, die hinter den Tresen zurück gekehrt war, lies Marcus und die unbekannte Schöne nicht aus den Augen und beobachtete sie. Für sie schienen die beiden sehr vertraut mit einander und sie glaubte die beiden kannten sich schon seit längerer Zeit.
‚Das muss ich unbedingt den anderen erzählen.’
6:30 Uhr
Killarney Stevies und Alex Schlafzimmer
Als der Wecker klingelte zog Stevie die Decke noch ein Stück weiter über ihren Kopf und vergrub sich in Alex Armbeuge. Sie wollte nicht aufstehen, zu sehr genoss sie seine Nähe. Seit er wieder bei ihr war, waren ihre Schlaflosennächte vor bei und sie schlief tief und fest und war jeden Morgen bestens ausgeschlafen und gerüstet für den Tag.
„Hey Schlafmütze, wir müssen langsam aus den Federn,“ Alex suchte nach seiner Angetrauten und pullte Stevie vorsichtig aus der Decke.
Schon bald kam ein roter Haarschopf zum Vorschein., der sicht heftig, gegen das Aufwachen wehrte. Er lächelte, das war seine Stevie, ein Dickkopf, den er über alles liebte.
Er küsste sanft ihren Hinterkopf, „Komm schon Liebling, es wartet auch bestimmt ein leckeres Frühstück auf uns.“ ‚Wenn Marcus nicht alles aufgegessen hat,’ ging es ihm durch den Kopf, dann stutzte er, ‚Marcus,’ was war aus ihm eigentlich geworden?
„Stevie wir müssen wirklich aufstehen, ich muss mal nachschauen wo Marcus eigentlich steckt. Er wollte gestern unbedingt in Fisher bleiben und ich mache mir etwas Sorgen um ihn.“ Stevie setzte sich im Bett auf, „Du hast ja Recht,“ sie schmollte leicht, hörte jedoch auf, als sie von Alex mit einem innigen Kuss gnädig gestimmt wurde.
„Aber für eine gemeinsame Dusche, habe ich noch Zeit,“ flüsterte er ihr ins Ohr.
Sie lächelte und beide standen auf. Nach einer gemeinsamen Duschen, gingen sie nach unten und frühstückten. Während Stevie anschließend nach Drovers fuhr, machte sich Alex daran Marcus auf seinem Handy zu erreichen.
6:30 Uhr
Drovers Grace Zimmer
Grace erwachte völlig erschöpft nach einer unruhigen Nacht,
‚Was soll das Grace, was geht es dich an, was Marcus so treibt. Ihr seid doch nur Freunde.’ Sie schalt sich selbst, dass sie wegen ihrer wirren Gedanken viel zu wenig Schlaf bekommen hatte. Sie beschloss erst einmal mit einer kalten Dusche, die Lebensgeister zu wecken und machte sich dann auf den Weg in die Küche.
6:30 Uhr
Drovers Regan Zimmer
Durch heftige Tritte ihres Babys wurden Regan aus dem Schlaf geholt und auch Dave erwachte durch die Bewegungen seines Sprösslings, da seine Hand an gewohnter Stelle geweilt hatte.
„Ganz schön munter das Kleine.“ Flüsterte Dave in Regans Ohr und strich in sanften Bewegungen über ihren Bauch. „Kommt anscheinend ganz nach seinem Daddy.“ Sie lächelte überglücklich und döste noch etwas vor sich hin, während Daves Atem über ihre Schulter kitzelte. Dave konnte sein Glück noch immer nicht gänzlich begreifen und hatte ständig Angst er könne aus einem Traum erwachen. Er ging seinen Gedanken nach und beobachtete wie Regan mit einem Lächeln auf den Lippen schlummerte.
7:30 Uhr
Gungellan Pub
Marcus und Ingrid aßen genüsslich das Frühstück zu Ende.
„So Darling. Ich muss zur Arbeit. Soll ich dich mitnehmen, oder kommst du alleine Heim?“ fragte Ingrid ihn mit einem Lächeln.
„Ach Schatz, wenn du mich auf Killarney absetzen könntest, wäre ich dir dankbar“ er zwinkert ihr zu. „Ich denke, nach dieser Nacht, kann ich dich da absetzen“ sagte sie frech.
„Und Mrs. Marr, was steht heute so auf dem Programm? Kannst du mich irgendwo unterbringen?“ fragte er sie frech. „Ach Mr. Turner. Für Sie, habe ich doch immer Zeit. Also wie wäre es so gegen 16Uhr?“ sie strecke ihm die Zunge entgegen.
Taylor beobachtete die beiden währenddessen ganz genau.
'Was geht da denn ab? Die scheinen sich so vertraut! Wie lange die sich schon kennen? Sind sie zusammen? Weiß Alex von ihr? Immerhin ist er sein Bruder. War er deswegen gestern nicht da? Weiß Grace das? Lang es daran, dass sie so ruhig war?'
Taylor wusste nicht genau, was sie von der ganzen Sache hier halten soll. Sie schüttelte ihren Kopf kurz und beschloss nun weiter an die Arbeit zu gehen.
„16 Uhr. Geht klar Boss. Und bei mir?“ er sieht sie an. Er konnte sie wirklich gut leiden, aber nur als Freundin und vielleicht mal mehr. Aber im Moment war er einfach, dass er sich durch sie von Grace ablenken konnte. Auch wenn er wusste, er musste heute dahin und ihr noch mal Nachträglich zu gratulieren und das Geschenk wollte er ihr auch noch geben.
„Geht klar, bin heute Punkt 16 Uhr auf Killarney und wehe du bist nicht da, Darling!“ sie versuchte ernst zu bleiben.
„Ich bin da, wo du auch bist heute um 16 Uhr“ sagte er frech grinsend.
„So will ich das auch hören!“ sagte sie keck. „Also wollen wir los?“ fragte sie ihn.
„Klar lass uns los. Taylor? Wir möchten zahlen! Du bist natürlich eingeladen, wenn ich schon bei dir schlafen konnte“ sagte er mit einem Lächeln.
„Danke“ sagte sie und sah ihn an.
Kurze Zeit später, war auch schon Taylor bei ihnen am Tisch. Sie zählte kurz alles zusammen. „Das macht dann 30 AUS$“ sagte sie freundlich, schaute aber Marcus fragend an.
Marcus bezahlte und sah ihren Blick. 'Was hat die denn?' Fragte er sich. Befand es aber für besser nichts zu sagen und einfach zu ignorieren.
Auch Ingrid entging der Blick von Taylor nicht. 'Na, die scheinen sich aber schon zu kenne!? Warum die jetzt so guckt???' Fragte sich Ingrid innerlich.
„Wollen wir?“ fragte sie plötzlich, als ihr das Verhalten komisch vorkam.
„Ja klar. Ich bin fertig. Taylor, man sieht sich“ Marcus und Ingrid standen auf und gingen raus.
Taylor schaute denn beiden noch bevor sie sich wieder an die Arbeit machte.
Vor dem Pub
„Und wo steht dein Wagen Schatz“ fragte er mit einem Lächeln.
„Gleich vor deiner Nase, Darling“ sagte sie frech und stieg ein. „Kommst du jetzt?“ rief sie aus dem Wagen.
„Ja bin doch schon da!“ sagte er schnell und steig schnell ins Auto.
„Dann wollen wir mal. Aber du muss mir sagen, wie ich fragen soll. Ich kenn mich hier noch nicht so aus“ sagte sie mit einem Lächeln.
„Kein Problem, ich bin dein Navigationssystem“ sagte er breit grinsen und sie fuhren los.