Währendessen
Killarney Marcus’ Zimmer
Nach einer Nacht mit eher wenig Schlaf erwachte Marcus erst gegen Mittag. Er schreckte innerlich hoch, als er auf die Uhr sah. Dann beschloss er jedoch, dass es jetzt auch schon egal war, ob er gleich oder erst in einer halben Stunde aufstand. Und er wollte Ingrid nicht wecken,
er war froh, dass sie noch schlief.
Sein Blick fiel auf sie, wie sie eng an ihn gekuschelt immer noch schlummerte.
‚Sie sieht wirklich aus wie ein Engel.’ Sanft strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, dann kreisten seine Gedanken wieder zur vergangen Nacht.
‚Sie hat so viel schlimmes erlebt. Sie ist so stark. Sie hat das doch alles gar nicht verdient. Niemand hat es verdient sein Kind zu verlieren. Sie tut mir so leid. Wenn ich doch nur etwas für sie tun könnte.’ Dann wurde ihm wieder die Sache mit Heath bewusst, ‚Was soll ich nur tun? Ob Grace etwas davon weiß? Aber ich kann sie nicht darauf ansprechen. Ich bin ja froh, wenn sie mir so nicht gleich an die Gurgel springt, wenn sie mich sieht.’
Während Marcus Gedanken sich überschlugen, erwachte auch Ingrid langsam.
Sie fühlte sich zwar besser, als noch am Abend zuvor, dennoch wusste sie nicht so recht, wie es weiter gehen sollte.
Marcus der in Gedanken versunken war, bemerkte zunächst nicht, dass Ingrid aufgewacht war. Sie strich ihm sanft über die Brust und sah zu ihm hinauf.
Er senkte seinen Blick und strich ihr über den Arm, „Guten Morgen Engelchen.“
Ingrid lächelte, „Guten Morgen.“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange.
Ein klein wenig Besorgnis lag in seinem Blick, „Geht es dir besser?“
Sie nickte, „Ja ich denke schon, danke das du mir gestern zugehört hast.“ Er zog sie enger in seine Umarmung und küsste sie auf die Stirn, „Dafür sind Freunde doch da.“
Eine Weile lagen die beiden einfach so da, dann ergriff Ingrid das Wort, „Wegen heute Nacht, ich meine das wir...“ Marcus unterbrach sie, „Hey wenn du dich dafür entschuldigen willst, dass du über mich hergefallen bist,“ versuchte er sie aufzumuntern, doch im gleichen Moment hoffte er, dass er damit nicht zu weit gegangen war. „Mach dir darüber keine Sorgen, ich habe es sehr genossen,“ den letzten Teil seines Satzes flüsterte er schon fast.
Sie hob ihren Kopf und lächelte leicht, „Ich auch, aber,“ sie senkte ihren Blick, „Ich weiß nicht, wo wir gerade stehen. Ich meine ich bin momentan etwas durcheinander. Ich kann dir einfach nicht versprechen, dass ich dir das geben kann, was du dir wünscht.“
Tränen füllten ihre Augen, Marcus sah sie an und wischte sie sanft mit seinem Daumen weg.
„Hey, nicht weinen, dein Lächeln von vorhin hat mir viel besser gefallen.“ Er griff nach ihrer Hand die auf seiner Brust lag und war bemüht ihr in die Augen zu sehen.
„Ingrid ich hab dich unglaublich lieb gewonnen. Ich genieße deine Nähe und mein Herz schlägt vor Lauter Freude einen Blick deiner strahlenden Augen ergattert zu haben, jedes Mal schneller. Wenn du Zeit brauchst, werde ich sie dir geben. Ich weiß, dass es für dich nicht leicht ist. Lass es uns ganz langsam angehen. Und wenn du in mir nur einen Freund siehst, dann werde ich das akzeptieren.“
Ingrid hörte ihm aufmerksam zu und nickte, „Mein Problem ist, dass ich nicht weiß, was ich will. Aber danke für dein Verständnis.“ Sie streckte sich und beide teilten seinen sanften, zärtlichen und zu gleich vorsichtigen Kuss.
Alex der sich so langsam darum sorgte, wo sein Bruder denn nur so lange blieb, beschloss nach oben zu gehen und Marcus notfalls aus dem Bett zu schmeißen.
Er hatte keine Lust, die ganze Arbeit allein zu machen.
Tollpatschig, wie Alex manchmal nun einmal war, vergaß er anzuklopfen und platzte gerade in dem Moment in dessen Zimmer, als Ingrid und er sich küssten.
Als Alex Blick auf die beiden fiel, murmelte er nur ein, „Sorry.“ Und schloss verlegen die Tür. ‚Das hast du ja toll hingekriegt Alex. Stevie killt mich, wenn sie das erfährt.’ Wie ein kleiner Junge, der etwas angestellt hatte, trollte sich Alex wieder nach unten und ging an die Arbeit.
Als Alex die Tür geöffnet hatte, hatten Ingrid und Marcus ihren Kuss unterbrochen und beide hatten zur Tür gesehen. Nachdem er wieder nach draußen verschwunden war, wandten die beiden sich wieder sich zu. Sie blickten sich in die Augen und brachen in schallendes Gelächter aus.