Drovers Run - Feel the passion
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Vier Tage später
20:00 Uhr
Drovers Auffahrt

Nach einer langen Reise, sehnte Heath sich nur noch nach einem warmem Bad, einem gemütlichen Bett und den zärtlichen Berührungen von Grace.
Er fuhr die Auffahrt entlang und parkte seinen Wagen vor dem Haus, da er eigentlich erst am nächsten Morgen hatte ankommen wollen, wartete noch niemand auf ihn.
Heath, der sich mittlerweile gut auf Drovers auskannte ging in die Küche, wo er die anderen vermutete. Er klopfte gegen den Türrahmen und wurde sogleich von Dave und Regan begrüßt die zusammen mit Moira in der Küche saßen und einen Tee tranken.

„Hallo, ich wollte nur bescheid geben, dass ich wieder da bin,“ er lächelte und sah sich in der Küche um. Regan sah amüsiert zu ihm, denn sie konnte sich denken nach was, bzw. wem er suchte. „Grace ist oben in ihrem Zimmer.“ Heath nahm seinen Hut ab und nickte ihr dankend zu, bevor er nach oben zu seiner Liebsten ging.
Da Grace in letzter Zeit sehr traurig war und sich abends meist in ihrem Zimmer verkroch, meinte Regan, „Ich hoffe, dass es ihr nun wieder besser geht.“ Moira und Dave stimmten ihr zu, denn alle drei dachten, dass ihr Verhalten damit zu tun hatte, dass sie Heath vermisste.

20:15 Uhr
Drovers Grace’ Zimmer

Gleich nach dem Abendessen hatte sich Grace wieder in ihr Zimmer verkrochen.
Noch immer hatte sie keine Erklärung für ihre Wut auf Marcus, aber seit er mit Ingrid zusammen war, konnte sie einfach nicht mehr normal mit ihm umgehen. Fühlte sie wirklich Wut? Oder war es Neid? Gar Eifersucht? Sie wusste es nicht, dass einzige was sie wusste war, dass ihre Gefühle sie noch wahnsinnig machten.

Sie freute sich, dass Heath morgen wieder bei ihr sein würde und hoffte, dass sie ihre Gedanken an Marcus vergessen würde. Etwas entnervt ließ sie sich aufs Bett fallen und starrte an die Decke. Nach einiger Zeit vernahm sie ein Klopfen an der Tür. Zuerst dachte sie, ihr Kopf würde ihr einen Streich spielen, als es dann jedoch noch einmal klopfte und sich die Tür öffnete hob sie den Kopf. Da Grace dachte es wären Regan oder Moira, die sich wieder einmal viel zu sehr sorgten, wie sie fand, griff sie nach ihrem Kissen und schleuderte es ihrem Besucher entgegen. „Ich habe doch gesagt ich will schlafen, Regan!“
So gut es eben ging, wich Heath dem fliegenden Kissen aus und schloss hinter sich die Tür.
„Also ich hatte auf eine herzlichere Begrüßung gehofft,“ er schmunzelte und wartete auf ihre Reaktion. Diese ließ nicht lange auf sich warten, „Heath?“ rief sie in freudiger Erwartung und hüpfte aus dem Bett, sie rannte auf ihn zu und sprang ihm in die Arme. „Schon viel besser,“ kommentierte er und begrüßte seine Verlobte mit einem innigen Kuss. „Ich hab dich vermisst meine Schöne.“ „Ich dich auch, du weißt gar nicht wie sehr,“ ein paar Freudentränen liefen ihr Gesicht entlang. „Hey nicht weinen,“ Heath versuchte sie aufzumuntern, er beugte sich zu ihr und flüsterte ihr ins Ohr, „Ich würde aber gerne vorher noch ein Bad nehmen, magst du mich begleiten oder hier sehnsüchtig auf mich warten?“ Grace schüttelte wild den Kopf, „Ich lass dich heute nicht mehr los!“
„Na dann,“ Heath trug Grace hinüber ins Bad. Er war immer wieder amüsiert, über ihre kindliche Art und gerade das war eine der Eigenschaften, die er so an ihr liebte.

Nach einiger Zeit und einem gemeinsamen Bad kamen die beiden zurück ins Zimmer.
Heath trug Grace immer noch auf den Händen und bettete sie vorsichtig auf ihr Bett. Sie hatte ihr Versprechen wahr gemacht und Heath kaum einen Augenblick losgelassen, sie klammerte sich an ihn, wie eine Ertrinkende an ein Stück Treibholz.
Er war zwar darüber verwundert, dass sie sich noch mehr an ihn klammerte, als sie es sonst tat, doch glaubte er, sie hätte ihn in den letzten Tagen vermisst, genauso wie er sie vermisst hatte.
Doch der eigentliche Grund war, dass sie um jeden Preis die Gedanken an Marcus ganz vergessen wollte. Sobald Heath neben ihr lag, begann sie ihn wild zu küssen.
„Da hat mich aber jemand mächtig vermisst,“ hauchte Heath, während Grace von seinem Mund abließ und sich seinen Hals entlang küsste...

Während Heath mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen langsam ins Reich der Träume glitt, starrt Grace etwas frustriert an die Wand. Obwohl sie gehofft hatte, jetzt wo er wieder bei ihr war, würde sie sich wieder ganz auf ihn konzentrieren können, waren ihre Gedanken ständig zu Marcus und Ingrid gewandert. ‚Was soll das, was ist nur los mit dir?’ Mit Tränen der Wut in den Augen schlief sie irgendwann ein.

2 Wochen später
18:00 Uhr
Kinsellas

Gut gelaunt kam Ingrid auf Kinsellas an, sie wollte noch schnell nach den Schafen sehen, bevor sie nach Killarney fuhr um mit Marcus gemeinsam zu Abend zu essen.

Als sie die Auffahrt entlang fuhr, sah sie sich genau um. Es war ihr erster Besuch auf Kinsellas. Marcus hatte ihr gesagt, dass es hier kranke Schafe gab und der Besitzer die Hilfe eines Tierarztes brauchte.
Sie parkte den Wagen und stieg aus, langsam ging sie über den Hof, ‚Es ist schön hier. Wie eigentlich auf allen Farmen in dieser Gegend. Fast so schön, wie unsere Farm.’ Sie schluckte,
schob aber ihre trüben Gedanken beiseite und machte sich auf die Suche nach dem Besitzer.

Da sie auf dem Hof niemanden fand, ging sie zum Haus. Ingrid klopfte und trat dann ein,
„Hallo, ist hier jemand?“ Heath befand sich im Büro und telefonierte gerade mit Grace, er steckte seinen Kopf aus dem Büro, „Sie sind sicher die Tierärztin. Gehen sie doch schon mal vor. Die Schafe stehen auf der Weide vor dem Stall. Ich komme gleich nach.“
Als Ingrid Heath’ Stimme hörte, bekam sie eine Gänsehaut. ‚Nein das kann nicht sein. Warum sollte er hier sein? Das ist absurd!’ Sie schüttelte ihren Kopf und machte sich auf den Weg zu den Schafen, ‚Pass bloß auf Ingrid, sonst wirst du noch paranoid!’
Sie stellte ihren Koffer vor dem Gatter ab und schwang sich über das selbige. Vorsichtig näherte sich Ingrid einem der Tiere, sie hielt es fest und untersuchte es.

Während Ingrid schon mal nach den Schafen sah, telefonierte Heath noch immer mit Grace.
„Ich liebe dich auch Schatz, aber ich muss jetzt wirklich los. Der Tierarzt ist draußen und wartet schon viel zu lange auf mich.“ Seine Augen strahlten. Er war froh das er in die Gegend gekommen war, hier hatte er Abstand gefunden. Sein neues Leben hatte begonnen und Grace war einer der wichtigsten Teile darin. Heath gab Grace noch einen Kuss durchs Telefon und legte dann auf.
„Dann wollen wir mal sehen was der Doc sagt.“ Sagte er mehr zu sich selbst, dann stutzte er,
„Seit wann haben wir eigentlich eine Tierärztin?“ Heath kratzte sich am Kopf, ‚Du solltest eben nicht nur Augen für Grace haben, Heath.’

Langsam näherte er sich der Weide mit seinen kranken Schafen. Viel sah er von der neuen Tierärztin nicht, jedoch um so näher er kam, desto größer wurden seine Augen.
Ingrid bemerkte Heath zu nächst nicht, da sie mit den Schafen beschäftigt war.

Als er der Meinung war, dass sein Verdacht sich bestätigte, schluckte er schwer.
‚Das kann doch nicht sein. Was macht sie hier?’ Heath blieb am Gatter stehen unfähig sich zu bewegen, er hegte die Hoffnung, dass er sich täusche.

Mittlerweile hatte Ingrid seine Schritte wahrgenommen, sie sah kurz zum Gatter, konnte aus ihrer Position jedoch nur seine Füße sehen. Obwohl sie sich darüber wunderte, dass er nichts sagte, untersuchte sie die Tiere weiter.
„Also ich denke, es ist nichts schlimmes, ein Calciummangel den wir beheben können.“ Sie warf einen Blick über ihre Schulter, als sie die Untersuchung beendet hatte. Genauso schnell wie sie zu ihm gesehen hatte, hatte sie sich wieder den Schafen zu gewand. Dann jedoch stoppte sie abrupt. ‚Nein das kann nicht sein, dass darf einfach nicht.’ Ihr wurde leicht schwindelig, sie hielt sich am Schaf fest um nicht umzukippen.

Aber nicht nur ihr ging es so, Heath war froh, dass er sich am Gatter fest halten konnte.
‚Sie ist es wirklich, aber was macht sie hier. Ich hatte sie doch schon fast vergessen.’
Nach einer Weile des Schweigens, durchbrach Heath die Stille, vorsichtig fragte er: „Ingrid?“, noch immer war er der Hoffnung, dass sein Kopf ihm einen Streich spielte.

Als Heath ihren Namen sagte, wurde ihr schlagartig kalt und ihre Hände begannen zu zittern.
Langsam stand Ingrid auf und hoffte ihre Beine würden ihren Dienst nicht versagen. Sie drehte sich um und sah ihn an, stumm nickte sie.
Eine ganze Weile standen sie sich gegenüber und starrten sich an, während Heath um Worte rang, war Ingrid darum bemüht ihre Fassung wieder zu erlangen.
Es vergingen nochmals einige Minuten bis sich Ingrid daran machte, ihre Utensilien einzupacken, sie musste so schnell wie möglich von hier weg.

„Ich hab deinen Schafen eine Calciumlösung gegeben, sie sind bald wieder fit.“ Ihre Stimme zitterte und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Doch sie wollte sich keine Blöße geben, nicht hier, nicht jetzt, nicht vor ihm. Sie wollte ihm beweisen, dass es ihr endlich wieder gut ging.
Bis vor ein paar Minuten war das ja auch der Fall gewesen, doch nun war plötzlich alles wieder da, was sie so lange erfolgreich verdrängt hatte.
Für diesen Augenblick wollte sie um jeden Preis stark wirken, Ingrid ging auf Heath zu, atmete noch einmal tief durch und sah ihm in die Augen.
„Also dann, wenn was ist, du weißt wie du mich erreichst.“ Sie ging an ihm vorbei und nickte ihm zum Abschied zu. Als sie im Auto saß und die Straße erreicht hatte, brach ihre Fassade in sich zusammen.

Heath war unfähig etwas zu sagen, zu sehr hatte ihn das Auftauchen von Ingrid geschockt. Als sie ging, sah er ihr nach und rutschte, nachdem sie davon gefahren war, am Gatter hinunter und bettete seinen Kopf zwischen die Hände. ‚Warum musste es sie ausgerechnet hierher verschlagen, ich hatte doch endlich meine Gespenster besiegt. Ich bin doch so glücklich. Warum kann ich nicht glücklich sein?’ Seine Gedanken rasten, er schlug mit seiner Hand aus Verzweiflung gegen das Gatter. „Autsch.“ Er rieb sich die Hand und vereinzelt liefen ihm Tränen die Wangen hinunter. „Warum verdammt?“ schrie Heath und die Verzweiflung hatte ihn übermannt. Stundenlang blieb er fast regungslos am Gatter sitzen und nahm nicht einmal die aufsteigende Kühle war.



 
 
   
 
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