Drovers Run - Feel the passion
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21:00 Uhr
Killarney

Immer wieder hatte Ingrid auf ihrem Weg nach Killarney anhalten müssen, weil sie auf Grund der Tränen nichts mehr gesehen hatte. Aber sie war froh nun endlich da zu sein. Ihr Gesicht war bleich, ihre Augen gerötet und noch immer zitterten ihre Hände. Sie hielt mit dem Wagen vor dem Haus und versuchte noch ein wenig Fassung zu gewinnen bis sie ins Haus ging.

Marcus, der sich Sorgen machte, wo Ingrid denn blieb, lief sofort als er ihren Wagen hörte hinaus. In der Tür verlangsamte er sein Tempo, Ingrid sollte schließlich nicht merken, dass er sich sorgte. Doch als er sie in ihrem Wagen sah, ihr Gesicht schwach beleuchtet vom Licht aus dem Haus, versetzte es seinem Herzen einen Stich.
Nun ging er doch schnellen Schrittes auf Ingrid zu, er öffnete die Tür und sah sie an.
Sie hob ihren Kopf und sah zu ihm hinauf, bemühte sich um ein Lächeln, dass jedoch sofort erstarb.
Marcus reichte ihr seine Hand und sie stieg aus, ganz vorsichtig zog er sie in seine Arme.
Ingrid spürte den Halt, den er ihr gab und sie wusste, dass sie beim ihm auch Schwäche zeigen konnte, ohne das er es gegen sie verwandte.

Sie ließ sich in seine Umarmung fallen und ihren Gefühlen freien Lauf, Ingrid weinte bitterlich. Marcus tat es in der Seele weh, dass es ihr so schlecht ging. Da es mittlerweile schon später und auch kühl war, versuchte er ihr in die Augen zu sehen.
„Wollen wir vielleicht hinein gehen?“ Ingrids Blick ließ vermuten, dass sie nicht wollte, dass jemand außer ihm sie so sah, Marcus lächelte sie an, „Keine Sorge Alex und Stevie sind auf Drovers.“ Sie nickte leicht und lies sich von Marcus ins Haus geleiten.

Gemeinsam gingen sie in die Küche, Marcus bat Ingrid sich zu setzen.
„Was hältst du von einem Tee?“ er sah sie prüfend an, sie nickte nur stumm. Er machte sich daran einen Tee zu kochen. Als dieser fertig war, stellte er ihr eine Tasse hin und setzte sich zu ihr an den Tisch.
Ingrid zog ihre Beine an und nippte abwesend an ihrem Tee.
Marcus beobachtete sie die ganze Zeit über und rang mit sich, ob er sie fragen sollte, was vorgefallen war. Doch er beschloss, dass es wohl besser wäre, wenn sie selbst anfangen würde.

Es verging einige Zeit, keiner der beiden sagte etwas. Marcus entging nicht, dass Ingrid immer noch fröstelte, ihre Hände waren bläulich verfärbt. Damit sie nicht erschrak, stand er vorsichtig auf und ging auf sie zu. Zärtlich legte er seine Hände auf ihre Schultern, er beugte sich nach unten und flüsterte ihr ins Ohr, „Komm mit nach oben, du brauchst Ruhe und ein warmes Bett.“
Ingrid sagte nichts, ließ sich aber von Marcus nach oben geleiten.

22:30 Uhr
Killarney Marcus’ Zimmer

Marcus schob Ingrid vorsichtig vor sich her in sein Zimmer, sie setzte sich auf sein Bett und sah auf ihre Hände. Er ging vorsichtig zum Schrank und suchte nach dem Schlafanzugoberteil, das sie immer trug, wenn sie bei ihm war. Er hockte sich vor ihr hin und legte ihr sanft die Hand auf den Arm. „Vielleicht tut dir eine warme Dusche gut.“
Ingrid nickte nur und stand auf, sie nahm das Oberteil von Marcus und ging ins Bad.

Traurig blickte er ihr hinter, ‚Was ist nur passiert? Wo ist ihr fröhliches Lachen geblieben?’
Marcus machte sich fertig fürs Bett und wartete geduldig auf Ingrid. Diese lies nicht lange auf sich warten. Mit schlürfenden Schritten kam sie zurück ins Zimmer und legte sich ins Bett.
Er tat es ihr gleich, nachdem er das Licht gelöscht hatte.

Beide starrten sie an die Decke, nach einer Weile drehte sich Ingrid zu Marcus und sah ihn an, vorsichtig rückte sie ein Stück näher zu ihm, „Darf ich?“ waren ihre ersten Worte seit sie auf Killarney angekommen waren. Marcus Augen begannen, vor Freude ihre Stimme zu hören, zu leuchten. „Klar darfst du,“ Er lächelte, schlang seine Arme um sie und zog sie zu sich.
Ingrid kuschelte sich an ihn und bettete ihren Kopf in seiner Armbeuge. „Danke,“ flüsterte sie noch, bevor sie völlig entkräftet in einen traumlosen leichten Schlaf fiel.

Marcus lag noch stundenlang wach und war bemüht darum, ihr Verhalten zu verstehen. Es hatte ihm Angst gemacht, sie so verletzlich und verstört zu sehen, er hatte sie doch gern gewonnen.

7:00 Uhr
Killarney Marcus’ Zimmer

Langsam erwachte Ingrid am nächsten Morgen, zunächst erinnerte sie sich nur noch ganz undeutlich an den vergangenen Tag, doch dann kamen die Erinnerungen wieder.
Heath, er war hier, er war wirklich hier in der Gegend. Zwar wusste sie noch nicht wie es weiter gehen sollte, doch sie hoffte, dass sie mit dem Halt der Marcus Freundschaft ihr gab, einen Weg finden würde, hier zu bleiben.

Vorsichtig legte sie seinen Arm zur Seite, den er um ihre Hüfte geschlungen hatte und versuchte einen Blick auf die Uhr zu erhaschen. Durch ihre Bewegungen erwachte auch Marcus, langsam öffnete er die Augen. „Hey,“ flüsterte er leise, er wollte sie nicht erschrecken. Denn er konnte nicht einschätzen, wie es ihr heute Morgen gehen würde.
„Hey,“ antwortete sie und er nahm mit einem wohligen Gefühl in der Herzgegend zur Kenntnis, dass ihre Augen schon wieder einen Teil ihres Leuchtens zurück gewonnen hatten. Ingrid sah ihn an und war froh, dass er sie nicht fragte, was gestern mit ihr los war, „Ich denke wir sollten langsam mal aufstehen, es ist schon sieben und ich muss zu Phil.“ Marcus zog eine Schnute, er hätte nichts dagegen gehabt, noch eine Weile mit ihr im Bett zu verweilen.
Aber er war sich auch sicher, dass es im Moment vielleicht nicht ganz angebracht war, ihr das zu sagen, so lange er nicht den Grund ihres Zusammenbruchs kannte.
„Schade, aber den sollte man lieber nicht warten lassen,“ bemühte er sich zu scherzen,
dann stupste er sie an, „Dann spring schnell unter die Dusche und ich sorge für Frühstück, wenn’s recht ist?“ Ingrid setzte sich auf und streckte sich, „Hört sich nach einen fantastischen Plan an, ich hab nämlich Hunger.“ Den hatte sie wirklich, immerhin hatte sie seit gestern Mittag nichts mehr zu sich genommen.




 
 
   
 
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